Was verdient ein Hochzeitsplaner wirklich? Warum Umsatz nicht gleich Einkommen ist
- Caty Pelosato

- 5. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Feb.
Warum Umsatz nicht gleich Einkommen ist!
Im Internet kursieren viele Zahlen rund um den Verdienst von Hochzeitsplanern:10 % vom Hochzeitsbudget, Pauschalen, Tageshonorare oder sogar sechsstellige Umsätze pro Jahr oder pro Hochzeit.
Was dabei oft vergessen geht: Verdienen ist nicht gleich Umsatz.
Denn das, was ein Kunde bezahlt, ist nicht automatisch das Einkommen des Hochzeitsplaners. Es ist zunächst einmal der Umsatz, aus dem sämtliche Kosten der selbstständigen Tätigkeit gedeckt werden müssen.

Liebe angehende Hochzeitsplaner:innen
Liebe Hochzeitsplanner:innen und Kolleg:innen
Umsatz ist nicht Lohn!
Auch ein Hochzeitsplaner:in ist ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen, welches verschiedenen Kosten decken muss.
Vom Umsatz eines Hochzeitsplaners werden unter anderem bezahlt:
Arbeitsmittel (Laptop, Software, Telefon, Drucksachen)
Marketing & Sichtbarkeit (Website, Social Media, Google Ads)
Büro- und Fahrzeugkosten
Weiterbildung, Netzwerkpflege, Branchenevents
Administration, Buchhaltung und Zeit für Akquise
Verschiedene Sozialleistungen und Versicherungen
Steuern
Betriebskosten (wie Auto, Benzin, Papier usw.)
usw.
Erst nach Abzug all dieser Kosten entsteht ein Einkommen. Wer diesen Unterschied nicht kennt oder ignoriert, kalkuliert langfristig nicht kostendeckend.
Hochzeitsplanung ist Unternehmertum – auch rechtlich
Auch Hochzeitsplaner unterliegen in der Schweiz klaren rechtlichen Vorgaben. Dazu gehören unter anderem:
Sozialleistungen (AHV, je nach Situation BVG, KTG)
Mehrwertsteuer (abhängig von Umsatz und Rechtsform)
Versicherungen, insbesondere Betriebs- oder Privathaftpflicht
Vertrags- und Haftungsfragen gegenüber Kunden und Dienstleistern
Diese Punkte sind kein „Nice-to-have“, sondern essenzieller Bestandteil einer professionellen Tätigkeit. Wer sie nicht berücksichtigt, riskiert finanzielle und rechtliche Konsequenzen.
Warum Prozentmodelle und Pauschalen problematisch sind
Modelle wie:
„10 % vom Hochzeitsbudget“oder„Rundum-Organisation für CHF 3’000“
klingen auf den ersten Blick einfach – sind in der Praxis jedoch "nicht" umsetzbar.
Der Grund:
Sie sagen nichts über den tatsächlichen Arbeitsaufwand aus und sind rechtlich schwer nachvollziehbar, da die Leistungen nicht klar definiert sind.
Jede Hochzeit ist individuell:
unterschiedliche Budgets
unterschiedliche Erwartungen
unterschiedliche Komplexität
unterschiedliche zeitliche Belastung
Eine pauschale Abrechnung wird dieser Realität einfach nicht gerecht.
Mehr zu diesem Thema findest du unter: Stundenansatz vs. Pauschale – was ist fair für Hochzeitsplanung
Transparente Offerten schaffen Sicherheit – für beide Seiten
Eine professionelle Offerte zeigt klar:
welche Leistungen enthalten sind
welche Arbeiten konkret ausgeführt werden
in welchem Umfang
und auf welcher Grundlage abgerechnet wird
Eine Position wie
„Location-Suche, 2 Stunden à CHF 200“
reicht dafür nicht aus.
Was bedeutet eine professionell Offerte oder Angebot? Diese enthält:
Definition der Kundenwünsche
Anzahl zu recherchierender Dienstleister
Recherche & Vorauswahl
Anfragen & Kommunikation
Evaluation & Empfehlung
Reservation & Abstimmung
Rückfragen, Anpassungen, Dokumentation
Je klarer ein Angebot formuliert ist, desto sicherer fühlt sich der Kunde (der Hochzeitsplaner:in hat mich verstanden!) – und desto transparenter wird später auch die Rechnungsstellung.
Aus der Praxis zeigt sich:
Viele Konflikte entstehen nicht wegen des Preises, sondern wegen unklarer Erwartungen und Rechnungstellung.
Warum es bei der AWEE keine Offertenvorlagen gibt
Bei AWEE arbeiten wir bewusst ohne Standard-Offertenvorlagen.
Der Grund ist einfach, eine Offerte muss zur Person, zur Arbeitsweise und zum Zielsegment passen. Und dies gilt nicht nur für das Layout sondern auch für deren Inhalt.
Jede Hochzeitsplanerin arbeitet anders:
mit unterschiedlichen Schwerpunkten
unterschiedlicher Erfahrung
unterschiedlichem Zeitaufwand
unterschiedlicher Positionierung
Im Basiskurs werden deshalb:
Aufbau und Struktur von Offerten/Angeboten besprochen
Definition von Leistungen geklärt
Grundlagen der Kalkulation definiert
und systematisch erarbeitet.
In den 1-to-1 Coachings gehen wir einen Schritt weiter, den hier entwickeln die Teilnehmenden ihre eigenen Dokumente, passend zu ihrem Business (ihrem Style) – praxisnah, individuell und greifbar.
Was ein Hochzeitsplaner wirklich verdient
Die Frage lautet nicht:
Was verdient ein Hochzeitsplaner pro Hochzeit?
Sondern:
Wie kalkuliert ein Hochzeitsplaner nachhaltig, transparent und realistisch?
Ein stabiles Einkommen entsteht durch:
saubere Angebotsstrukturen
realistische Zeitkalkulation (aus den Erfahrungswerte)
unternehmerisches und wirtschaftliches Denken
rechtliche Klarheit und Wissen
und eine ehrliche Positionierung am Markt
Genau hier trennt sich Hobby von Beruf.
Fazit: Unter dem Strich
Das Einkommen eines Hochzeitsplaners lässt sich nicht pauschal beziffern. Prozentmodelle oder hohe Umsatzangaben greifen zu kurz, da sie weder die tatsächlichen Kosten noch den unternehmerischen Aufwand widerspiegeln. Entscheidend ist nicht der Umsatz, sondern das reale Einkommen nach Abzug aller betrieblichen, rechtlichen und administrativen Aufwände.
Wer als Hochzeitsplaner in der Schweiz nachhaltig arbeiten möchte, benötigt eine klare Preisstruktur, transparente Offerten und eine realistische Kalkulation der eigenen Leistungen. Nur wenn Arbeitsumfang, Zeitaufwand und Leistungen sauber definiert sind, entsteht sowohl für Kunden als auch für Hochzeitsplaner Sicherheit.
Professionelle Hochzeitsplanung ist ein Beruf mit Verantwortung – emotional, organisatorisch und unternehmerisch. Ein stabiles Einkommen entsteht nicht durch pauschale Preise, sondern durch Fachwissen, Struktur und unternehmerisches Denken. Genau diese Grundlagen entscheiden langfristig darüber, ob Hochzeitsplanung als Beruf wirtschaftlich tragfähig ist.
FAQ – Einkommen & Preise von Hochzeitsplanern
Was verdient ein Hochzeitsplaner in der Schweiz?
Das Einkommen eines Hochzeitsplaners in der Schweiz ist sehr unterschiedlich und hängt von Erfahrung, Positionierung, Arbeitsweise und Anzahl betreuter Hochzeiten ab.
Entscheidend ist nicht der Umsatz, sondern das reale Einkommen nach Abzug aller Kosten wie Sozialleistungen, Versicherungen, Marketing, Administration und Betriebsausgaben.
Sind 10 % vom Hochzeitsbudget ein realistisches Honorar?
Prozentmodelle wirken auf den ersten Blick einfach, sind in der Praxis jedoch problematisch. Sie berücksichtigen weder den tatsächlichen Arbeitsaufwand noch die individuelle Komplexität einer Hochzeit. Für eine nachhaltige und transparente Preisgestaltung sind klar definierte Leistungen und eine saubere Kalkulation sinnvoller.
Warum sind Pauschalen in der Hochzeitsplanung kritisch?
Pauschalen ohne detaillierte Leistungsbeschreibung sind rechtlich schwer nachvollziehbar. Wenn nicht klar definiert ist, welche Arbeiten enthalten sind, können Missverständnisse oder Konflikte entstehen. Transparente Offerten schützen sowohl Kunden als auch Hochzeitsplaner.
Was gehört alles in eine professionelle Offerte eines Hochzeitsplaners?
Eine professionelle Offerte enthält:
klare Leistungsdefinitionen
Umfang und Anzahl der Arbeitsschritte
zeitlichen Aufwand
Abgrenzung von Zusatzleistungen
nachvollziehbare Preisstruktur
Je detaillierter eine Offerte aufgebaut ist, desto höher ist die Rechtssicherheit.
Warum gibt es bei AWEE keine Offertenvorlagen?
Weil jede Hochzeitsplanung individuell ist. Eine Offerte muss zur Persönlichkeit, Arbeitsweise und Zielgruppe des Hochzeitsplaners passen. Standardvorlagen werden dieser Individualität nicht gerecht und fördern keine nachhaltige unternehmerische Entwicklung. Mehr zu unseren Kursen: Wie läuft eine Hochzeitsplaner Ausbildung wirklich ab? Aufbau, Module & Praxis schnell erklärt
Welche Kosten müssen Hochzeitsplaner einkalkulieren?
Zu den wichtigsten Kosten zählen:
AHV, je nach Situation BVG und KTG
Versicherungen (z. B. Haftpflicht)
Marketing und Sichtbarkeit
Arbeitsmittel und Software
Weiterbildung und Netzwerkpflege
Administration und Buchhaltung
Diese Kosten müssen in die Preisgestaltung einbezogen werden.
Kann man von der Hochzeitsplanung leben?
Ja – wenn die Tätigkeit unternehmerisch geführt wird. Ein stabiles Einkommen entsteht durch realistische Kalkulation, klare Angebotsstrukturen, transparente Kommunikation und professionelle Positionierung. Hochzeitsplanung ist kein Nebenjob, sondern ein verantwortungsvoller Beruf.
Wo lernt man, Preise und Offerten korrekt zu kalkulieren?
Im Basiskurs bei AWEE werden Aufbau, Struktur und Kalkulation von Offerten systematisch erarbeitet. In den 1-to-1-Coachings entwickeln Teilnehmende ihre eigenen Dokumente, abgestimmt auf ihr Business und ihre Zielgruppe.
Melde dich jetzt an für einen unserer Informationsabende: https://www.awee.ch/anmeldeformular-infoveranstaltung


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